Checkliste – So machen Sie Ihr Büro brandsicher in unter 60 Minuten

Brandschutz muss nicht kompliziert beginnen. Viele typische Schwachstellen in Büros, Praxen und kleinen Betrieben lassen sich bereits bei einem kurzen Rundgang erkennen: beschädigte Kabel, verstellte Fluchtwege, verdeckte Feuerlöscher oder unklare Notfallinformationen.

 

Dieser Schnellcheck hilft Ihnen, Ihr Büro in etwa 60 Minuten systematisch zu prüfen. Er ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung und keine fachkundige Brandschutzbegehung, bietet aber einen guten ersten Überblick über häufige Risiken und offene Punkte.

 

Die Anforderungen an den betrieblichen Brandschutz ergeben sich unter anderem aus der Arbeitsstättenverordnung und werden in der ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ konkretisiert. Für Fluchtwege und Notausgänge ist insbesondere die ASR A2.3 relevant.

1. Elektrische Geräte, Kabel und Steckdosenleisten prüfen

Kontrollieren Sie sichtbare Stromkabel, Verlängerungen und Steckdosenleisten. Achten Sie besonders auf beschädigte Isolierungen, gequetschte Leitungen, lose Stecker, stark erwärmte Netzteile oder hintereinandergeschaltete Mehrfachsteckdosen.

Entfernen Sie beschädigte Geräte aus dem Betrieb und markieren Sie offene Punkte zur weiteren Prüfung. Eine Sichtkontrolle ersetzt nicht die wiederkehrende Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel. Die DGUV Information 203-071 gibt hierzu praxisbezogene Hinweise zur Organisation solcher Prüfungen, Prüffristen, Dokumentation und Kennzeichnung.

 

Prüffragen:

Sind alle sichtbaren Kabel unbeschädigt?
Werden Steckdosenleisten nicht überlastet oder hintereinandergeschaltet?
Sind Wärmequellen, Ladegeräte und Netzteile frei von Papier, Kartons oder anderen brennbaren Materialien?
Gibt es aktuelle Prüfnachweise für elektrische Betriebsmittel?

2. Feuerlöscher und Feuerlöscheinrichtungen prüfen

Feuerlöscher helfen nur, wenn sie geeignet, erreichbar und funktionsfähig sind. Prüfen Sie deshalb, ob der nächste Feuerlöscher gut sichtbar, frei zugänglich und nicht durch Möbel, Kartons oder Pflanzen verdeckt ist.

Entscheidend ist nicht nur, ob „irgendein Feuerlöscher“ vorhanden ist. Die erforderliche Ausstattung richtet sich nach Betriebsart, Fläche, Brandgefährdung und Nutzung. Die ASR A2.2 konkretisiert die Grundausstattung mit Feuerlöscheinrichtungen und beschreibt Maßnahmen gegen Brände in Arbeitsstätten.

 

Prüffragen:

Ist der Feuerlöscher frei zugänglich?
Ist der Standort bekannt und gut erkennbar?
Ist die letzte Prüfung nachvollziehbar dokumentiert?
Passt der Feuerlöscher zur vorhandenen Brandgefährdung?
Wissen Beschäftigte, dass Löschversuche nur bei Entstehungsbränden und ohne Eigengefährdung sinnvoll sind?

3. Fluchtwege und Notausgänge freihalten
 

Fluchtwege und Notausgänge müssen im Gefahrfall schnell und sicher nutzbar sein. Deshalb dürfen sie nicht durch Akten, Kartons, Möbel, Kopierer, Pflanzen oder abgestellte Waren eingeengt oder blockiert werden.

Welche Fluchtwege erforderlich sind, muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Die ASR A2.3 beschreibt die Anforderungen an Fluchtwege und Notausgänge; die BGHM fasst zusammen, dass Fluchtwege Beschäftigten ermöglichen sollen, Arbeitsstätten im Gefahrfall schnell und sicher zu verlassen.

 

Prüffragen:

Sind alle Fluchtwege frei begehbar?
Lassen sich Notausgänge ohne Hindernisse erreichen und öffnen?
Sind Türen, Durchgänge und Treppen nicht zugestellt?
Sind Fluchtwegkennzeichnungen sichtbar?
Sind Flucht- und Rettungspläne vorhanden und aktuell, soweit erforderlich?

4. Notfallinformationen sichtbar machen
 

Im Brandfall muss klar sein, wer alarmiert wird, wo sich Personen sammeln und welche ersten Schritte gelten. Hängen Sie deshalb zentrale Notfallinformationen gut sichtbar aus: Notruf 112, interne Ansprechpartner, Sammelstelle und kurze Verhaltensregeln.

Die 112 ist in Deutschland die einheitliche Notrufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst.

 

Prüffragen:

Ist die Notrufnummer 112 sichtbar ausgehängt?
Sind interne Ansprechpartner oder Verantwortliche benannt?
Ist die Sammelstelle bekannt?
Gibt es klare Hinweise zum Verhalten im Brandfall?
Wissen Mitarbeitende, ob zuerst intern oder direkt extern alarmiert werden soll?
 

5. Brandmeldung und Alarmierung prüfen
 

Prüfen Sie vorhandene Einrichtungen zur Branderkennung und Alarmierung. Dazu können Rauchmelder, Brandmelder, Alarmtaster, interne Alarmierungswege oder andere technische und organisatorische Lösungen gehören.

Nicht jedes Büro benötigt automatisch die gleiche Technik. Entscheidend ist, dass Beschäftigte im Brandfall rechtzeitig gewarnt werden und sicher reagieren können. Die ASR A2.2 behandelt Branderkennung und Alarmierung als Teil der betrieblichen Brandschutzmaßnahmen.

 

Prüffragen:

Gibt es Rauchmelder, Brandmelder oder Alarmierungseinrichtungen?
Sind vorhandene Melder funktionsfähig und geprüft?
Ist klar, wie im Brandfall alarmiert wird?
Sind Alarmtaster oder Meldeeinrichtungen frei zugänglich?
Kennen Beschäftigte das Alarmsignal oder den internen Ablauf?

6. Mitarbeitende kurz informieren und offene Punkte dokumentieren

Ein 5-Minuten-Hinweis ersetzt keine Brandschutzunterweisung. Trotzdem ist eine kurze Information nach dem Rundgang sinnvoll: Wo sind Feuerlöscher? Welche Fluchtwege gelten? Wo ist die Sammelstelle? Wer alarmiert? Welche Mängel wurden festgestellt?

Unterweisungen müssen dokumentiert werden. Die DGUV Vorschrift 1 verlangt eine Unterweisung der Versicherten und die BGHM weist darauf hin, dass die Dokumentation als Nachweis dient.

 

Prüffragen:

Wissen alle, wo der nächste Feuerlöscher ist?
Sind Fluchtwege und Sammelstelle bekannt?
Ist klar, wer im Brandfall welche Aufgabe übernimmt?
Wurde die letzte Brandschutzunterweisung dokumentiert?
Gibt es eine Liste offener Mängel mit Verantwortlichkeit und Termin?
 

Ein Brandschutz-Schnellcheck macht Ihr Büro nicht automatisch vollständig brandsicher. Er hilft aber, typische Schwachstellen schnell zu erkennen und konkrete nächste Schritte festzulegen.

 

In 60 Minuten können Sie prüfen, ob Kabel, Feuerlöscher, Fluchtwege, Notfallinformationen, Alarmierung und Mitarbeitende auf einem guten Stand sind. Alles, was dabei auffällt, sollte dokumentiert und zeitnah behoben werden.

 

Brandschutz wird wirksam, wenn er regelmäßig geprüft, verständlich erklärt und sauber dokumentiert wird.

 

Kostenlose Brandschutz-Checkliste für KMUs herunterladen

Sie möchten Ihr Büro, Ihre Praxis oder Ihren Betrieb strukturiert prüfen? Laden Sie die kostenlose Brandschutz-Checkliste von Brandschutz Scheller herunter und erhalten Sie einen kompakten Überblick über typische Schwachstellen.

 

Oder vereinbaren Sie eine Erstbewertung:
Brandschutz Scheller unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei Begehungen, Unterweisungen, Dokumentation und praxisnahen Maßnahmen – verständlich, strukturiert und ohne unnötige Bürokratie.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.